Zur Ankündigung von Verteidigungsminister Boris Pistorius, auf dem Fürstenfeldbrucker Fliegerhorst ein neues Ausbildungsbataillon der Luftwaffe zu stationieren, erklärt der Bundestagsabgeordnete und Sprecher der Landesarbeitsgruppe Frieden und internationale Politik Aaron Valent:

„Ein 11 jähriger Planungsprozess um das Bundeswehrgelände in Fürstenfeldbruck wieder für die Bevölkerung nutzbar zu machen, endet mit der Entscheidung des Verteidigungsminsters. Mit dieser Entscheidung werden die jahrelangen Konversionsbemühungen endgültig zu Grabe getragen. Die Stadt Fürstenfeldbruck hat dafür 2,3 Millionen Euro ausgegeben – umsonst. Statt einer zivilen Nachnutzung kommt nun die nächste Militarisierungswelle.“

Dass die Befürworterin Katrin Staffler den Standort nun als „starkes Signal für unsere Region“ feiert, kann Valent nicht nachvollziehen. Das neue Bataillon umfasst lediglich rund 240 Dienst-posten – ein Bruchteil der bis zu 4.000 Wohnungen und 3.000 Arbeitsplätze, die eine zivile Konversion ermöglicht haben könnte. Die Ausbildung vor Ort ist zudem auf die dreimonatige Grund-ausbildung begrenzt; nach deren Abschluss werden sie an andere Standorte versetzt. Lediglich eine kleine Anzahl von Ausbilderinnen und Ausbildern wird tatsächlich stationär aus der Region kommen. Fürstenfeldbruck dient damit primär als kurzfristiges Provisorium, nicht als nachhaltiger Gewinn für die Stadt.

Valent kritisiert, dass die ursprünglichen Pläne zur vollständigen Entmilitarisierung bis 2030 da-mit hinfällig seien. Besonders bitter:

„Unsere Jugendlichen werden wieder mit Werbepost und Fragebögen zur Kampfbereitschaft konfrontiert. Erst bei Kindern & Jugendlichen sparen und sie dann an die Front schicken wollen. Militarisierung und Sozialabbau sind zwei Seiten derselben Medaille. Die Bundesregierung gibt Milliarden für Rüstung aus, während soziale Projekte, Kinder-grundsicherung oder Bildung verhungern.“

Der Abgeordnete fordert die sofortige Wiederaufnahme der Konversionsgespräche und ein Ende der Aufrüstungspläne:

„Die Jugend braucht eine Zukunft – kein Schlachtfeld.“