Die Bundeswehr treibt die Wehrerfassung junger Menschen voran. 18-jährige Männer sind verpflichtet, den Fragebogen zum neuen Wehrdienst zu beantworten. Ab Juli 2027 soll für Männer auch die verpflichtende Musterung beginnen. Gleichzeitig baut die Bundeswehr bereits jetzt die dafür notwendigen Strukturen auf.

 „Die Bundesregierung spricht von Freiwilligkeit, schafft aber Schritt für Schritt ein verpflichtendes System“, erklärt Aaron Valent, MdB der Linken aus Würzburg und stellvertretendes Mitglied im Verteidigungsausschuss. „Junge Männer müssen Auskunft geben und sollen künftig zur Musterung erscheinen, auch wenn sie keinen Wehrdienst leisten wollen. Wer Freiwilligkeit verspricht, muss ein Nein auch akzeptieren.“

Bundesweit entstehen 24 Musterungszentren. Vier davon liegen in Bayern, in Nürnberg, Kempten, Regensburg und Würzburg. Drei dieser Standorte sind neue Bundeswehrstandorte. Damit wird bereits heute die Infrastruktur geschaffen, um künftig Hunderttausende junge Männer zu erfassen und zu mustern.

 „Das ist keine organisatorische Nebensache. Hier werden Strukturen aufgebaut, die eine spätere Ausweitung des Wehrdienstes überhaupt erst möglich machen. Die Bundesregierung sollte jungen Menschen reinen Wein einschenken, statt Freiwilligkeit zu versprechen und gleichzeitig den staatlichen Zugriff immer weiter auszubauen.“, so Valent.

Gleichzeitig wächst in Bayern der Widerstand. In München, Nürnberg, Augsburg, Bamberg, Regensburg, Würzburg, Bayreuth und Erlangen protestieren Schülerinnen und Schüler gegen Wehrpflicht und Militarisierung. Für den 26. September ist auch in Nürnberg ein Schulstreik angekündigt.

Valent erklärt:

„Diese jungen Menschen haben unsere Unterstützung. Während Milliarden in Aufrüstung und militärische Strukturen fließen, fehlt Geld für Schulen, Kitas, Pflege und bezahlbaren Wohnraum. Gleichzeitig suchen Handwerk und Unternehmen händeringend Auszubildende und Fachkräfte. Junge Menschen brauchen gute Bildung, sichere Ausbildungsplätze und echte Zukunftsperspektiven.“

„Die Linke lehnt eine Rückkehr zur Wehrpflicht und verpflichtende Musterungen ab. Wer sich freiwillig für die Bundeswehr entscheidet, kann das tun. Aber Freiwilligkeit verdient ihren Namen nur, wenn auch ein Nein akzeptiert wird. Junge Menschen sind keine Personalreserve für die Aufrüstungspolitik der Bundesregierung.“